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Geschichte der Region Vorarlberg
Vorarlberg wurde seit ca. 500 v. Chr. von den Kelten besiedelt. Im Jahre 15 v. Chr. eroberten die Römer das Gebiet. Ab ca. 450 wurde das Gebiet von den Alemannen besetzt. Noch heute unterscheidet sich Vorarlberg von den übrigen österreichischen Bundesländern durch seinen alemannischen Dialekt. Um 1200 erlangten die Grafen von Montfort die Herrschaft über das Gebiet. Seit dem 14. Jahrhundert wurde es von den Habsburgern beherrscht. In der Zeit Napoleons, ab 1806 nach der verlorenen Schlacht von Austerlitz, muss Österreich im Frieden von Pressburg Vorarlberg an Bayern abtreten. 1814 kam Vorarlberg wieder zu Österreich zurück. In der Zeit von 1945 bis 1955 gehörte es zur französischen Besatzungszone. 1919 strebte eine Bürgerbewegung den Anschluss an die Schweiz an. 80 Prozent der Vorarlberger waren dafür, doch das Begehren scheiterte am Schweizer Bundesrat. Vorarlberg wurde scherzhaft „Kanton Übrig“ genannt. 1999 und 2005 verwüsteten schwere Überschwemmungen Teile Vorarlbergs und verursachten schwere Schäden.
Während heute Landwirtschaft, Gewerbe und Tourismus für Wohlstand im Tal sorgen, mussten in früheren Zeiten viele Bewohner ihr Einkommen fern der Heimat verdienen. Die alpine gebirgige Landschaft bot keine günstigen Bedingungen für eine intensive Landwirtschaft. Heute ist Vorarlberg eine der am stärksten industrialisierten Region Österreichs und zugleich wird hier mit dem geringsten Energieverbrauch produziert.
Tradition trifft Moderne
Vorarlberg liegt im Westen Österreichs in Nachbarschaft zu Schweiz, Deutschland und dem Fürstentum Liechtenstein. Es ist ein weltoffenes Land mit einer überaus regen Kulturszene und einer überraschend modernen Architektur sowie Standort zahlreicher innovativer Unternehmen. Vorarlberg lädt zum Wandern, Skifahren und Entdecken ein. Es weist die größte Landschaftsvielfalt auf kleinstem Raum in den Ostalpen auf, die mediterran anmutenden Ufer des Bodensees, die sanften, üppig grünen Voralpenhügel und Sonnenterrassen, die imposanten Gipfel im Hochgebirge rund um Arlberg und Silvretta. Jährlicher Höhepunkt sind die Bregenzer Festspiele mit ihren spektakulären Operninszenierungen auf der größten Seebühne der Welt. Alte und neue Musik spielt das Feldkirch Festival. Lieder und Kammermusik stehen im Mittelpunkt der Schubertiade im Bergdorf Schwarzenberg und in Hohenems. Architektur nimmt hier einen hohen Stellenwert ein. Holzgeschindelte Bauernhäuser mit heimeligen Stuben stehen in Kontrast zu modernen Bauwerken aus Glas und Holz. Altes und Neues ergänzen sich auf spannende Weise.
Die Leute
Der typische Vorarlberger? „Den gibt es, leider oder glücklicherweise, nicht“, fasst Alfons J. Kopf im Bildband „Vorarlberger Impressionen“ zusammenfasst. Will man „den Vorarlbergern“ dennoch Eigenschaften zuweisen, so lassen sich Fleiß und Sparsamkeit benennen. Auch Leistung, Kreativität und Engagement sind in der Bevölkerung hoch geschätzte Werte. Insbesondere die Bregenzerwälder gelten als selbstbewusst und eigenwillig, was sich wohl mit ihrer Geschichte erklären lässt: Im 16. Jahrhundert bildete sich die „Bauernrepublik“ Bregenzerwald mit eigener freier Landgemeinde, eigener Verfassung (Landsbrauch) und Gerichtsbarkeit. Die Bauern konnten ihre Gesetze weitestgehend selber machen. Aufgrund der geografisch isolierten Lage sprechen noch heute die meisten Vorarlberger einen deutschen Dialekt ähnlich den alemannischen Dialekten, die in der Schweiz, in Liechtenstein sowie großen Teilen Südwestdeutschlands gesprochen werden – während im Rest Österreichs bairische Dialekte gesprochen werden.


