Die Preisträger des ECOLA Award 2010 stehen fest
15. November 2010 - 16:10
Die Sieger des internationalen ECOLA-Award 2010/11 stehen fest. Am 15. Oktober 2010 vergab das Preisgericht des Wettbewerbs zum Thema „Putz in der Architektur“ unter dem Vorsitz von Prof. Michael Szyszkowitz zwei 1. Preise, zwei Lobende Erwähnungen sowie einen Sonderpreis für CO2-optimiertes Bauen. Für den Wettbewerb waren 144 Projekte aus 11 Ländern nominiert worden.
Bereits zum 6. Mal wurde der im zweijährigen Rhythmus ausgelobte ECOLA-Award vergeben. In diesem Jahr hatten 19 Architekten aus elf europäischen Ländern 144 Bauten für den von der Sto AG und dem Bundesverband Ausbau und Fassade im Zentralverband des Deutschen Baugewerbes ausgelobten Architekturpreis nominiert. Voraussetzung war der Einsatz des Werkstoffes Putz als Architektur prägendes Element. 40 Projekte entfielen auf die Kategorie „Sanierung / Renovierung / Umbau“, 104 auf die Kategorie „Neubauten“.
Die Sitzung des Preisgerichts fand Mitte Oktober in Berlin statt. Jurymitglieder waren Prof. Enrique Alvarez-Sala Walther (Rubio Y Alvarez-Sala, Madrid, ES), Prof. Louis Becker (Henning Larsen Architects, Kopenhagen, DK), Wolfgang Lohbeck (Greenpeace e.V., Hamburg, DE), Meike Weber (DETAIL, München, DE) und der Juryvorsitzende Prof. Michael Szyszkowitz (Szyszkowitz Kowalski Architekten, Graz, AT). Sie vergaben in jeder der beiden Wettbewerbskategorien je einen 1. Preis. Daneben wurden zwei Lobende Erwähnungen und ein Sonderpreis für CO2-optimiertes Bauen verliehen. Damit würdigt ECOLA Projekte, deren Entwurf die Notwendigkeit energieeffizienten Planens mit gestalterischer Qualität vereint. Außerdem sprach die Jury eine zusätzliche Einladung zur ECOLA-Konferenz aus, um mit dem spanischen Architekturbüro Carlos Ferrater den Entwurf für die New Headquarters of Group Azahar zu diskutieren.
Professor Michael Szyszkowitz, Vorsitzender des Jurorenteams, zeigte sich besonders beeindruckt von Benthem Crouwels „finsterem Kubus“ als Erweiterung des Deutschen Bergbaumuseums: „Eine Faszination des Objektes liegt in der Intarsie des kristallähnlichen Gebäudeeinschnitts, die den Blick auf eine Treppenanlage in gelbrötlicher, feuriger Farbgebung freigibt. Diese raffiniert gesetzte Öffnung kontrastiert effektvoll mit der dunklen, rau verputzten Oberfläche mit winzigen, funkelnden Einsprenkelungen und macht den mächtigen Würfel noch geheimnisvoller und neugierig auf sein Inneres.“
Nicht in der musealen Welt, aber im schroffen Schweizer Bergmassiv fand auch Meike Weber, Redakteurin bei der Zeitschrift Detail, dass Putz in Struktur und Farbigkeit eine bedeutende Rolle spielt. Der Umbau und die Aufstockung des Alten Hospiz St. Gotthard von den Architekten Miller+Maranta „trotzt einerseits den Naturgewalten und vermittelt andererseits eine außergewöhnliche Sensibilität im Umgang mit der historischen Bausubstanz.“ Der neue Putz wurde an den historischen angeglichen und verwischt so auch an der sichtbaren Oberfläche die Grenzen zwischen Alt und Neu.
Wie schon vor zwei Jahren würdigte auch dieses Mal Wolfgang Lohbeck von Greenpeace den Sonderpreis für CO2-optimiertes Bauen, den er allerdings in einem größeren Kontext der Nachhaltigkeit gestellt wissen will. „Das Personalwohnhaus der Architekten Lazzarini in Samedan ist ein hervorragendes Beispiel für die Verbindung von Umweltstandards mit hoher gestalterischer Qualität. Dieses Gebäude ist so auch ein besonders guter Botschafter für das Anliegen des Nachhaltigen Bauens.“
An den Architekturwettbewerb 2010 schließt sich die Konferenz (ECOLA = European Conference of Leading Architects) an, die vom 17. bis 19. März 2011 in Vorarlberg (Österreich) stattfindet. Eingeladen sind alle Preisträger sowie die Nominierungs- und Wettbewerbspreisrichter.
Auch auf der Konferenz wird der Werkstoff Putz im Mittelpunkt stehen. In Vorträgen und in Workshops werden sich die Teilnehmer mit seiner Anwendung in der Architektur sowie möglichen technischen und gestalterischen Weiterentwicklungen befassen. Zudem findet die Preisverleihung des ECOLA-Award 2010/11 statt.


